Experiment geglückt - Die Sommergottesdienste der Gesamtkirchengemeinde Landshut

Im August ereignete sich in der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Landshut eine kleine Revolution: Statt Gottesdienste in den jeweiligen Gemeinden wurde Sonntag für Sonntag ein zentraler Gottesdienst für alle angeboten. Traditionsgemäß sind in den Schulferien die Gottesdienste eher wenig besucht. Deshalb einigten sich die vier evangelischen Hauptkirchen in und um Landshut auf dieses Experiment. Die Landshuter Evangelischen sollten sich  kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. Die Gottesdienste wurden familienfreundlich geplant.  Und tatsächlich: Aus allen vier Landshuter Gemeinden spazierten, radelten und fuhren die Besucher zu den speziellen Veranstaltungen.

„Es hat super geklappt und die Gottesdienstbesucher haben das Angebot hervorragend angenommen“, zieht Dekanin Dr. Lubomierski ein positives Fazit.
Die Landshuter Gemeinden boten auch spezielle Aktionen  im Anschluss an die zentralen  Gottessdienste an:  Kirchenkaffee vor der Christuskirche, Frühschoppen um den Turm der Auferstehungskirche, ein „Grill-to-go“ im Innenhof der Pauluskirche und ein „Kaffee-Picknick“ im Garten der Erlöserkirche.
„Wenn am Anfang jedes Gottesdienstes humorvoll abgefragt wurde, welche Gemeinden vertreten waren, stellte sich heraus, dass immer Besucher aus allen vier Gemeinden gekommen waren“, freut sich Pfarrerin von Hofacker aus der Christuskirche für die ehren- und hauptamtlichen Gastgeber der teilnehmenden Gemeinden.

Auch die Gottesdienstbesucher überzeugte das Landshuter Experiment. „Ich muss gestehen, dass ich noch nie in der Erlöserkirche war“, gesteht etwas verschämt ein Mitglied der Auferstehungskirche nach dem letzten Sommergottesdienst und fügt mit Blick auf den großen Garten der Erlöserkirche hinzu: „aber es ist wirklich schön hier!“
Das war genau die Absicht der Sommergottesdienste: Die Evangelischen in der niederbayerischen Diaspora sollten sich einander besser kennenlernen und ihre gemeinsame Identität stärken.

„Kirche“ hat sich nach Corona sehr verändert. Alte, vertraute Strukturen gibt es kaum mehr. Neue Wege der Begegnung mit Gemeindegliedern müssen gefunden werden.  Die eigenen Gemeindestrukturen werden immer öfter verlassen und es wird in weiteren Räumen geplant. Unter dem Stichwort „Vernetzung“ ist das Landshuter Experiment ein wichtiger und Mut machender Schritt. Weitere Experimente der Vernetzung in den elf evangelischen Gemeinden des Dekanats sind angedacht, damit aus „elf Spielern“ tatsächlich eine starke Mannschaft wird. Das „Team Landshut“ will auch im kommenden Jahr zentrale Sommer-Gottessdienste anbieten.