Familiennahe Tauffeste - warum zwei Frauen jetzt taufen dürfen

Für Taufen und Beerdigungen sind nur die Pfarrerinnen und Pfarrer zuständig. So die öffentliche Meinung. Sie sind für den umfassenden pastoralen Dienst beauftragt und haben nicht umsonst eine langjährige Ausbildung in Theologie und Praxis hinter sich. Doch oft sind andere kirchliche Berufsgruppen in den Gemeinden für die Arbeit mit Kindern und Familien zuständig. Deshalb geht die evangelische Kirche neue Wege.

Im Dekanat Landshut wurden jetzt Religionspädagogin Monika Haberl und Diakonin Elke Seisenberger zur Sakramentsverwaltung der Taufe berufen. Monika Haberl wird darüber hinaus künftig auch Beerdigungen halten.
Obwohl beide bereits professionell für die Kirche arbeiten, durften sie bisher nicht taufen und beerdigen. Um dafür die Befähigung zu erhalten, mussten beide mehrtägige Fortbildungen besuchen, die theologische, seelsorgliche und liturgischen Fragen zum Inhalt hatten. Am Ende der Ausbildung wurden sie von Landshuts Dekanin Dr. Nina Lubomierski und Pfarrerin Ursula Leitz-Zeilinger, die Referentin am Gottesdienst-Institut der evangelischen Kirche in Bayern ist, geprüft.
„Beide Frauen waren der Aufgabe theologisch gewachsen und zeigten besonderes Geschick in der Gestaltung von lebensnahen und den Familien zugewandten Feiern der Taufe“, lobt Leitz-Zeilinger.
Und Dekanin Lubomierski unterstreicht: „Es geht ja nicht um den Dienstgrad, sondern darum, ob die gute Botschaft vom heilsamen Handeln Gottes uns Menschen zugesprochen wird.“     

Monika Haberl vertritt bereits die zweite Pfarrstelle der Erlöserkirche in Landshut und ist vorwiegend für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde zuständig. Elke Seisenberger ist Erzieherin im Kindergarten Arche Noah und Diakonin in der Auferstehungskirche Landshut. Auch sie ist für die Arbeit mit Kindern und Familien zuständig.

Das Thema „Taufe“ liegt dem evangelischen Dekanat Landshut besonders am Herzen. So können sich interessierte Familien auf der Homepage „SegnenLAssen“ über die vielfältigen Möglichkeiten einer Taufe in den elf Gemeinden des Dekanats informieren, eigene Ideen und Fragen mit Ansprechpartnern besprechen und konkrete Termine ausmachen.    

Auch künftig will das evangelische Dekanat Landshut das Miteinander der unterschiedlichen kirchlichen Berufsgruppen fördern und somit eine zukunftsfähige Personalpolitik fördern.