Nähe braucht Grenzen – Fortbildung für Mitarbeitende in der Pflege

Rituale in der Altenheimseelsorge
Bildrechte Johanna Krieger

Professionelle Pflege braucht Nähe UND Grenzen. Wie beides im Pflegealltag gelingen kann, stand im Mittelpunkt einer Fortbildung, zu der die Evangelische Altenheimseelsorge im Dekanat Landshut eingeladen hatte.

Pflege lebt von menschlicher Zuwendung. Eine beruhigende Hand auf der Schulter, ein freundliches Wort oder eine liebevolle Geste können viel bewirken. Gleichzeitig braucht es einen achtsamen Umgang mit persönlichen Grenzen – sowohl denen der pflegebedürftigen Menschen als auch denen der Mitarbeitenden.

Unter der Leitung von Pfarrerin Johanna Krieger (Evangelische Altenheimseelsorge), Ines (Leitung Soziale Betreuung) und Xenia Semke (Pflegefachkraft und Leitung des Projekts „Gewalt in der Pflege“) beschäftigten sich die Teilnehmenden anhand praxisnaher Fallbeispiele mit Fragen zu Nähe, Berührung und professioneller Distanz. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Prävention von Grenzverletzungen und Gewalt in der Pflege. Dabei ging es darum, schwierige Situationen frühzeitig zu erkennen, Handlungssicherheit zu gewinnen und die Würde aller Beteiligten zu schützen.

Mit solchen Fortbildungsangeboten möchte die Evangelische Altenheimseelsorge nicht nur Menschen in Pflegeeinrichtungen seelsorglich begleiten, sondern auch diejenigen stärken, die täglich für andere da sind. Denn eine menschenwürdige Pflege braucht neben fachlicher Kompetenz auch Achtsamkeit, Wertschätzung und eine klare ethische Haltung.

 

Wenn Worte fehlen – Rituale am Ende des Lebens

Wie können Rituale am Ende des Lebens Kraft schenken, Halt geben und Trost spenden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Haupt- und Ehrenamtliche aus Altenpflege und Krankenhaus bei einer Fortbildung der Evangelischen Altenheimseelsorge im Dekanat Landshut in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk Landshut.

Unter der Leitung von Pfarrerin Johanna Krieger gingen die Teilnehmenden der Frage nach, was Rituale ausmacht, wie sie aufgebaut sind und welche Bedeutung sie gerade in Zeiten des Abschieds haben können. Dabei wurden christliche, spirituelle und profane Rituale betrachtet und ihre unterschiedlichen Ausdrucksformen und Möglichkeiten erarbeitet.

Anhand konkreter Fallbeispiele entwickelten die Teilnehmenden schließlich eigene kleine Rituale für die Praxis. Dabei wurde deutlich: Nicht das Ritual an sich steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und Überzeugungen.

Mit solchen Fortbildungsangeboten bringt die Evangelische Altenheimseelsorge ihre seelsorgliche und spirituelle Kompetenz in die Pflege ein und stärkt Menschen, die Sterbende und ihre Angehörigen begleiten. Denn gerade dort, wo Worte fehlen, können kleine Gesten und Rituale eine große Kraft entfalten.

AHS